Metalogy

Review: Brume – Rooster

NEUE SCHEIBEN, FILM- UND BUCHTIPPSNEWS 7. November 2017 Lydia Dr. Polwin-Plass

Es gibt mitreißenden Doom Metal, der trotz seiner genrebedingten Trägheit das Blut gehörig in Wallung bringt und es gibt auch den, der den Hörer in weit schweifenden Gedanken schwelgen lässt. „Brume“ gehört eindeutig zur zweiten Kategorie. Verstärkt wird dieser Aspekt beim neuen Langspieler „Rooster“ durch den zarten, elegischen Frauengesang, der durch die langsame, beschauliche Spielart führt. 

Die Musik des amerikanischen Doom-Trios „Brume“ wabert wie seichte Nebelschwaden durch das Gehör. Das wohl vortrefflichste Lied erwartet einen gleich am Anfang. „Grit and Pearls“ mag man passenderweise als eine Perle des Doom Metals bezeichnen, die dem Album zunächst Glanz verleiht, der allerdings bei den nachfolgenden Titeln ein wenig verblasst. Unter anderem bei „Reckon“, das mit teils ethnisch anmutenden Gesang aufwartet und in der Endphase von „Call the Serpent’s Bluff“ blitzt und funkelt es nochmals.

Generell zieht es sich wie ein roter Faden durch das Werk, daß die Abschlußpassagen der Lieder am Stärksten in Bezug auf Kraft und Ausdruck sind.

Im Titel „Welter“ wird der an sich schon bedächtige Sound noch ruhiger weitergeführt. Hier zeigt sich einmal mehr, daß hier die Stärke des Trios und vor allem von Susie McMullans Stimme liegt.

So weht auch in der letzten Nummer der namensgebende Passatwind eher seicht daher und braust nur gelegentlich mal auf.

Brume erklimmen mit Rooster nicht den Olymp des Doom Metals. Allerdings erweitern und bereichern sie seinen vielschichtigen Dunstkreis um eine weitere hörenswerte Nuance.

Anspielempfehlung:

Grit and Pearls, Reckon, Call the Serpent’s Bluff

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